Das Sakralgelenk, auch bekannt als Iliosakralgelenk

Das Iliosakralgelenk (lat. Articulatio iliosacralis), kurz Sakralgelenk genannt, verbindet das Kreuzbein und Darmbein miteinander im menschlichen Körper. Ähnlich wie im Schultergelenk, finden auch hier Bewegungen statt. Diese Bewegungen nehmen Menschen meist erst dann wahr, wenn sie nicht mehr einwandfrei funktionieren. Diese gelenkige Verbindung kann nämlich bei Stürzen, ruckartigen Bewegungen und Verdrehungen des Beckens schnell beschädigt werden, was zu Brüchen, Verrenkungen, einer Blockade, Einschränkung der Beweglichkeit und chronischer Entzündung führen kann.

Was tun bei Sakralgelenk Schmerzen?

Bei Schmerzen im Sakralgelenk wird ein Arzt falls nötig schmerzstillende Medikamente verschreiben und die betroffene Person an einen Orthopäden weiter verweisen. Erst wenn der Patient schmerzfrei ist, kann eine weitere Behandlung eingeleitet werden. Mit Physiotherapie (Krankengymnastik) können dabei große Erfolge erzielt werden. Dabei wird die Muskulatur mit speziellen Übungen aktiv und passiv mittels Mobilisation durch den Therapeut (Chiropraktiker oder Physiotherapeuten) gestärkt, aufgebaut und entspannt. Bei dauerhafter Behandlung kann so weiteren Schmerzen vorgebeugt werden.

Welche Sakralgelenk Übungen können helfen?

sakralgelenk uebungen

Verschiedene Übungen für das Sakralgelenk können Sie auch ohne einen Physiotherapeuten zuhause durchführen.

Abgesehen von der beaufsichtigten Therapie durch einen Physiotherapeuten/einer Physiotherapeutin, können auch zu Hause ausgeführte Übungen helfen eine Sakralgelenk Blockade zu lösen. Aber auch für diese sollte man bereits schmerzfrei sein, da das Training sonst sogar schaden kann. Außerdem sollte vorher mit dem Arzt abgeklärt werden, welche Übungen für den Patienten geeignet sind. Auch zusätzliche Wärmetherapie kann die Schmerzen lindern.

Folgende Übungen sollten langsam ausgeführt werden und können zu einer Verbesserung der Schmerzen führen:

  • Begeben Sie sich für diese Übung in die Rückenlage. Legen Sie dann den rechten Arm gestreckt neben dem Kopf auf den Boden. Beugen Sie Ihr rechtes Knie und ziehen Sie es mit Hilfe der linken Hand zur linken Schulter. Achten sie dabei gut auf Ihre persönliche Belastungsgrenze und überschreiten Sie diese nicht! Drehen Sie Ihren Kopf nach rechts um die Dehnung zu verstärken und halten Sie diese Position einen Moment. Machen Sie diese Übung drei mal und gehen dann zur anderen Seite über. Wiederholen Sie die Übung ebenfalls drei mal. Dadurch wird der Hüftgelenksbereich und der Lendenwirbel gedehnt und entspannt.
  • Begeben Sie sich in eine stehende Position und strecken beide Arme seitlich auf Schulterhöhe aus. Beugen Sie Ihr rechtes Knie und stellen Sie Ihren Fuß dann an der Außenseite Ihres linken Oberschenkels ab. Halten Sie mit Ihrer linken Hand Ihr rechtes Knie fest und führen Sie es wieder links zum Boden zurück und drehen den Kopf dabei nach rechts. Halten Sie diese Position für eine kurze Zeit und kehren dann wieder in die ursprüngliche Position zurück. Wiederholen Sie die Übung drei mal pro Seite. Sie mildert Schmerzen und fördert die Beweglichkeit.
  • Begeben Sie sich in die Rückenlage und bilden mit Rücken und Oberschenkel einen rechten Winkel. Legen Sie die Ihre Unterschenkel auf den Sitz eines Sessels und heben und senken Sie Ihr Becken langsam auf und ab. Atmen Sie dabei langsam und ruhig. Diese Übung hilft, den Rücken zu entspannen und die Muskulatur zu stärken damit das Becken stabilisiert wird.
  • Stellen Sie sich auf eine kleine Erhöhung. Nehmen Sie dazu zum Beispiel ein Buch oder ein zusammengerolltes Handtuch zur Hilfe. Als Stütze können Sie links und rechts von Ihnen zwei Stühle platzieren, an deren Lehne Sie sich festhalten können. Stellen Sie nun das rechte Bein auf der Erhöhung ab und belasten Sie es, während Sie das linke Bein vorsichtig und langsam vor und zurück schwingen. Wiederholen Sie die Übung danach mit dem anderen Bein. Diese Übung bewirkt eine Lockerung des Hüftgelenks.

Manipulation des Sakralgelenk

schwimmen

Mit ausreichendem Sport/Bewegung wird das Sakralgelenk gestärkt. Schwimmen ist durch die geringe Knochenbelastung im Wasser, sehr empfehlenswert.

Neben der Mobilisation gibt es die Möglichkeit, das Iliosakralgelenk im Notfall durch eine Manipulation wieder einzurenken. Dabei wird das Gelenk ruckartig in die ursprüngliche Position zurückgedrückt. Allerdings lindert dies nur die Symptome. Die Ursache der Blockade wird dadurch nicht gelöst.

Bei schweren Krankheiten und Verletzungen wie Knochenbrüchen im Bereich des Sakralgelenks, Arthrose oder Morbus Bechterew, bei dem oft auch die Iliosakralgelenke betroffen sind, ist eine Selbsttherapie nicht empfehlenswert.

Generell sollte auf einen gesunden Lebensstil und ausreichend Bewegung geachtet werden um Schmerzen im Sakralgelenk langfristig vorzubeugen. Sanfte Sportarten wie zum Beispiel Schwimmen oder Nordic Walking sind dabei empfehlenswert, das diese den Rücken nicht so sehr belasten, wie andere Sportarten.